Immer wieder werde ich gefragt: „Alexandra, ich möchte Coach werden – doch der Markt ist so undurchsichtig. So viele Möglichkeiten, und die Preise der Anbieter gehen von bis ….wie soll ich mich da entscheiden?“

Der folgende Text möge etwas zu Ihrer Orientierung beitragen.
Ich schreibe dies, damit Sie Kriterien erhalten mit denen Sie eine Coach Ausbildung wählen können.

Ucoaching_kleinnd auch, damit Sie in etwa erfassen können, was auf Sie zukommt.

Es ist erstaunlich – und auch erfreulich – wie viele Menschen im Moment Coach werden möchten.

Die Beweggründe sind sehr verschieden:

  • ein zweites Standbein aufbauen
  • Repertoire erweitern
  • in einer Umbruchphase ein neues Ziel setzen
  • die Vorstellung, im Coaching andere unterstützen zu können
  • ……..

Doch bis zur Entscheidungsfindung tun sich noch einige Fragen auf.

1) Die erste Frage, die ich Interessenten stelle ist: Haben Sie selbst schon mal ein Coaching erhalten? Falls nicht – was tatsächlich sehr häufig der Fall ist – dann gönnen Sie sich bitte mindestens 3 Coachings bei drei unterschiedlichen Anbietern. Dazu kann ich Ihnen deutschlandweit gute Coaches empfehlen.

2) Die zweite Frage gilt dann dem Tätigkeitsziel: wie möchten Sie arbeiten? Alleine, mit anderen, selbstständig, angestellt, hauptberuflich, nebenberuflich…

3) Ein dritter wichtiger Punkt ist Ihre Motivation: was treibt Sie an, was bewegt Sie dazu? Oft höre ich Gründe wie: „ich bin gerade aus einem Burnout heraus und möchte Menschen helfen“, oder „ich möchte mich neu ausrichten, weiß aber gar nicht genau mit was, Coaching klingt interessant“ – diese Motivationen bedürfen unbedingt vorab eines Orientierungscoachings!

4) Als viertes explorieren wir die Ausrichtung: mit Erwachsenen? Mit Kindern? Mögliche Schwerpunkte? Leidenschaften? Was müssten Sie auf jeden Fall noch lernen? Was bringen Sie mit?

Finden Sie die Ausbildungsrichtung die zu Ihnen passt:

  • Basis-Wissen: z.B. Neuro Linguistisches Programmieren (NLP), Systemisches Coaching, Lösungsorientiertes Coaching…

Damit erwerben Sie Tools beispielsweise für:

  • Businesscoaching, Salescoaching
  • Gesundheitscoaching, Resilienzberater, Burnoutberater,
    Betriebliches Gesundheitsmanagement, Mentalcoach….
  • weitere Schwerpunkte: tiergestütztes Coaching, EFT, The Work®,
    Familienaufstellung, Provokatives Coaching, Mediation,
    Organisationsaufstellung, Erlebnispädagogik,
    Transaktionsanalyse, WingWave®, Kunstcoaching,
    körperorientiertes Coaching…

Die hier aufgeführten Methoden sind alle seriös. Das gilt aber nicht immer für die Anbieter.

Informationen erhalten Sie bei den Dachverbänden, auf Info-Veranstaltungen, im 1:1 Gespräch mit Anbietern oder auch bei mir. Informieren Sie sich genau und bleiben Sie nicht an seltsamen Vorurteilen hängen, die Ihnen vielleicht zu der ein oder anderen Methode erzählt werden.

5) Dazu passt Punkt fünf: seriös ist nur, was dauert, intensiv ist, Selbstreflexion und Eigenrelevanz bietet. Die Didaktik sollte abwechslungsreich, gehirngerecht, erwachsenegerecht (keine schulhaften Vorgehensweisen!) sein.

Etwas Theorie und Input ist nötig – doch Coaching lernt man nicht in einem Vortag. Übungen sind essenziell und bringen Selbsterkenntnis. Gut ist beispielsweise das ABC-Setting: A= bekommt eine Anwendung, B= Berater C=Cuhörer (und lernt Feedback).

Meiden Sie Coaching-Kompakt-Ausbildungen! Coach wird man nicht in 15 Tagen. Coaching ist Handwerk. Das ist eine richtige Berufsausbildung mit unglaublich hoher Verantwortung. Ihr Gehirn braucht seine Zeit, damit es die selbst erlebten Coaching-Prozesse verarbeiten kann und die Strukturen im Coaching verstehen lernt. Das dauert!

6) Punkt sechs bezieht sich auf Ihr Zeitkontingent. Wieviel Zeit können Sie investieren? Es gibt verschiedene Angebote, von Abendkursen bis zu Wochenkursen. Gehirngerecht sind Blöcke mit etwas Abstand dazwischen. So können Sie zwischendurch das Gelernte üben und sich mit den Lern- Kollegen austauschen.

Fachliteratur, Projektarbeit, Coaching-Mappe, eigene Coachings, Übegruppen, andere Seminare und die Prüfungsvorbereitung…. alles in allem benötigen Sie etwa 1,5 bis 2 Jahre bis zum guten Coach.

Wichtige Inhalte der Ausbildung: Setting-Gestaltung, Coaching-Rahmen und -Kultur, Auftragsklärung, Die Beziehung, Interventionsmethoden, Feedbackkompetenz, Inhalt von Struktur trennen, Ergebnissicherung/ Transfer, Beenden der Sitzung, Nacharbeiten

Selbstverständnis als Coach
Unterschiede: Coaching/ Beratung/ Therapie/ Supervision/ Training?

Grundlagen
ICD10F, Vertragsbildung, Recht, Akquise, Marketing, …..

7) Siebtens gibt es die Frage nach der Zertifizierung. Der Begriff Coaching ist nicht geschützt, was einen großen Zertifizierungsbedarf und damit Markt in Deutschland schafft.

Über 20 Fachverbände versuchen „Qualitätsstandarts“ hineinzubringen und lassen sich die Zertifizierung zum Teil teuer bezahlen: bis zu 13000€. Dabei steht und fällt die Qualität immer mit der Umsetzung des einzelnen Lehrtrainers.

Auch ist es Zufall, ob Ihr Kunde – oder bei einer Bewerbung Ihr Gesprächspartner – genau diesen Verband kennt und einschätzen kann. Achten Sie lieber auf Ihr Gefühl: taugt dieser spezielle Trainer etwas für mich, werde ich ihm vertrauen können?

8) Und dann gibt es achtens den finanziellen Aufwand. Gute Coaching-Ausbildungen kosten von 120 € pro Tag aufwärts. Die Preisspanne ist enorm. Doch bitte: extrem teuer heißt nicht extrem gut. Das ist wichtig.

Wenn man etwas nicht einschätzen kann, neigt man leicht dazu teuer=gut zu denken. Viel wichtiger sind das Vorgespräch, die oben genannten Fragen und der Sympathiefaktor. In der Ausbildung geht es viel um Sie – deshalb sollten Sie sich wohlfühlen mit Ihrem neuen Trainer. Kostenlose Info-Gespräche oder sogar Gratis-Seminare können Sie erwarten.

Als Fazit ein kleines Plädoyer für diesen Job:

ziel_kleinDie Arbeit als Coach ist unglaublich befriedigend. Wenn ich sehe, dass ein Klient für sich eine Lösung entwickelt oder neue Handlungsoptionen schafft – wenn das vorher natürlich unlösbare! Problem plötzlich gar keine Rolle mehr spielt…. Das ist berührend und befriedigend.

Jeden Tag freue ich mich darüber dass ich Coach bin – und dass ich Coaches ausbilden darf. Es ist einfach toll!

Melden Sie sich bei weiteren Fragen! Ich beantworte Ihnen diese gerne. Wir können auch telefonieren, oder wenn Sie in der Nähe wohnen, einen Kaffee trinken – Sie sind herzlich willkommen.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen!!
Ihre Alexandra Daskalakis

image001

 
 

 

download_security_32 Sie finden diesen Artikel und viele weitere hilfreiche Texte als kostenloses PDF in unserem Downloadbereich.
.